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Was kostet ein Online-Shop in der Schweiz 2026?

Was ein Online-Shop wirklich kostet – aufgeschlüsselt nach sechs Kostenblöcken statt in eine grobe Preisspanne gepresst.

Florian Hitz

Florian Hitz

CEO & CTO

Wie dieser Artikel mit Zahlen umgeht: Alle Fremdkosten unten stammen aus den Schweizer Preisseiten der jeweiligen Anbieter, abgerufen im Juli 2026 und am Ende verlinkt. Wo ein Anbieter seine Konditionen nicht öffentlich publiziert, schreiben wir das hin, statt eine Zahl zu schätzen. Was du hier nicht findest, sind unsere eigenen Projektpreise – dazu weiter unten mehr.

«Was kostet ein Online-Shop?» ist die häufigste Frage in unseren Erstgesprächen und die am schlechtesten beantwortete im Netz. Die meisten Artikel dazu nennen eine Bandbreite von 5000 bis 150000 Franken, was ungefähr so hilfreich ist wie die Auskunft, ein Auto koste zwischen 3000 und 300000 Franken.

Wir gehen es deshalb anders an. Ein Shop besteht aus sechs Kostenblöcken, und bei fünf davon lassen sich harte Zahlen nennen, weil sie von Anbietern öffentlich publiziert werden. Nur der sechste – die Entwicklung – ist echt individuell. Genau der wird in solchen Artikeln üblicherweise geraten und der Rest weggelassen.

Was wir bewusst nicht machen: unsere eigenen Projektpreise hier hinschreiben. Nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil dieselbe Aufgabenstellung je nach Ausgangslage um ein Mehrfaches auseinanderliegt – eine Zahl an dieser Stelle wäre für dich mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Was den Aufwand treibt, machen wir stattdessen im letzten Abschnitt vollständig transparent.

Die sechs Kostenblöcke eines Schweizer Online-Shops

Der häufigste Planungsfehler ist, nur den ersten Block zu betrachten – die Entwicklung oder das Abo – und die laufenden Kosten zu unterschätzen. Über fünf Jahre gerechnet sind Zahlungsverkehr, Hosting, Wartung und Compliance zusammen teurer als der Aufbau.

Die sechs Blöcke im Überblick

Fünf davon lassen sich mit publizierten Zahlen belegen. Beim sechsten zeigen wir die Treiber statt einer erfundenen Bandbreite.

1. Plattform und Lizenz

Monatliche Gebühr einer gehosteten Plattform oder kostenfreie Lizenz bei Open Source. Publiziert und damit exakt planbar.

2. Zahlungsverkehr

Prozent pro Transaktion, plus Fixbetrag, plus je nach Plattform eine Zusatzgebühr für externe Anbieter. Wächst direkt mit deinem Umsatz.

3. Hosting und Betrieb

Bei Open Source ein eigener Posten, bei gehosteten Plattformen im Abo enthalten. Skaliert mit Traffic, nicht mit Umsatz.

4. Wartung und Updates

Der am häufigsten vergessene Block – und der, bei dem Sparen am teuersten wird.

5. Compliance

Datenschutz, MWST und Barrierefreiheit. Einmaliger Aufbau plus laufende Pflege, in der Schweiz mit eigenen Regeln.

6. Entwicklung

Der einzige echt individuelle Block. Hier nennen wir keine Zahl, sondern die Faktoren, an denen der Aufwand entsteht.

Block 1: Plattform und Lizenz

Hier ist die Datenlage am besten, weil die Anbieter ihre Preise publizieren. Ein Beispiel für die Grössenordnung einer gehosteten Plattform: Shopify weist auf seiner Schweizer Preisseite im Juli 2026 folgende Monatspreise aus.

  • Basic: CHF 21 pro Monat
  • Grow: CHF 59 pro Monat
  • Advanced: CHF 269 pro Monat
  • Plus: ab EUR 2100 pro Monat – dieser Plan wird auch auf der Schweizer Seite in Euro ausgewiesen

Dem gegenüber steht die Open-Source-Seite: WooCommerce, Payload und ähnliche Systeme haben keine Lizenzkosten. Payload steht unter MIT-Lizenz, der Code liegt bei dir. Das ist ein echter Unterschied und trotzdem der am häufigsten falsch gezogene Schluss in dieser Diskussion – denn «keine Lizenzkosten» heisst nicht «günstiger». Es heisst, dass der Betrag aus Plattform und Lizenz in Hosting, Wartung und Entwicklung wandert.

Der Vergleich, der wirklich zählt, ist deshalb nicht «21 Franken gegen 0 Franken», sondern die Summe über die Nutzungsdauer. Bei WooCommerce kommt zudem ein Posten hinzu, der in der Lizenzrechnung fehlt: Die für einen produktiven Shop nötigen Erweiterungen für Zahlung, Versand, Steuern, Backup und Sicherheit werden typischerweise als Jahresabos pro Erweiterung verkauft. Eine belastbare Summe kann man nur für die konkret gewählte Kette nennen – prüfe sie für deinen Fall einzeln durch, sie ist erfahrungsgemäss höher als erwartet.

Block 2: Zahlungsverkehr – der unterschätzte Dauerposten

Dieser Block wächst mit deinem Umsatz und übersteigt bei laufenden Shops die Plattformgebühr meist deutlich. Er besteht aus zwei Teilen, die gerne verwechselt werden.

Teil 1: Die Gebühr des Zahlungsdienstleisters

Stripe publiziert für die Schweiz im Juli 2026 folgende Sätze:

  • Schweizer Karten: 2,9 % + 0,30 CHF pro Transaktion
  • Internationale Karten: 3,25 % + 0,30 CHF pro Transaktion
  • Währungsumrechnung: zusätzlich 2 %

Shopify weist für sein eigenes Zahlungsangebot je nach Plan 2,95 %, 2,75 %, 2,55 % beziehungsweise 2,3 % plus 0,30 CHF aus – die Kartengebühr sinkt also mit dem teureren Plan. Das ist der Grund, weshalb sich ein höherer Plan ab einem bestimmten Umsatz rechnet: Du kaufst dir eine niedrigere Transaktionsgebühr.

Teil 2: Die Plattform-Zusatzgebühr für externe Anbieter

Dieser Teil überrascht am häufigsten. Nutzt du auf einer gehosteten Plattform einen fremden Zahlungsdienstleister, kommt eine Gebühr an die Plattform hinzu – zusätzlich zu dem, was der Zahlungsdienstleister selbst verlangt. Shopify weist dafür im Juli 2026 2 % (Basic), 1 % (Grow), 0,6 % (Advanced) und 0,2 % (Plus) aus.

Das ist für Schweizer Shops relevanter als für deutsche, weil hier oft ein lokaler Anbieter nötig ist. Bei einer selbst betriebenen Architektur entfällt diese Zusatzgebühr vollständig, weil es keine Plattform gibt, die sie erhebt. Über mehrere Jahre und bei relevantem Umsatz ist das einer der grösseren Posten in der Gesamtrechnung.

Und was kostet TWINT?

Stripe weist TWINT auf der Schweizer Preisseite mit 1,9 % + 0,30 CHF pro Transaktion aus, Payrexx publiziert 1,30 % + 0,30 CHF im Free-Plan beziehungsweise 1,25 % + 0,18 CHF im Premium-Abo. TWINT selbst nennt für den QR-Sticker im stationären Einsatz 1,3 %.

Wichtig ist die Struktur dahinter: Der Prozentsatz ist bei Payrexx an ein Monatsabo gekoppelt – der günstigere Satz kostet also Fixkosten, die sich erst ab einem gewissen Volumen rechnen. Bei den klassischen Gateways wie Datatrans oder PostFinance werden die Konditionen weiterhin individuell nach Volumen und Branche verhandelt.

Praktische Konsequenz: Hol trotzdem zwei bis drei Angebote ein und rechne den Break-even zwischen Abo-Fixkosten und Prozentsatz für dein erwartetes Volumen durch. Bei kleineren Shops entscheiden Grundgebühr, Setup und die Frage nach einem separaten Acquirer-Vertrag mehr als die Prozentzahl selbst.

Block 3: Hosting und Betrieb

Bei einer gehosteten Plattform steckt dieser Block im Plattform-Abo – bequem, aber nicht steuerbar. Bei einer selbst betriebenen Architektur ist es ein eigener Posten, der sich nach Traffic und Anforderungen richtet, nicht nach Umsatz.

Für Schweizer Kundschaft kommt hier eine Frage dazu, die keine Preisliste beantwortet: Wo dürfen die Daten liegen? Wer aus regulatorischen Gründen oder aus Überzeugung Schweizer oder europäische Datenhaltung braucht, hat bei gehosteten Plattformen oft gar keine Wahl. Das ist weniger eine Kostenfrage als eine Ausschlussfrage – und einer der häufigsten Gründe, weshalb Kundschaft bei uns überhaupt über eine eigene Architektur nachdenkt.

Block 4: Wartung und Updates

Der Block, den fast jede Kalkulation vergisst und bei dem Sparen am teuersten wird. Ein Shop ist keine Anschaffung, sondern ein Betrieb: Sicherheits-Patches, Abhängigkeits-Updates, Anpassungen an neue Browser- und Zahlungsstandards.

Die Kostenstruktur unterscheidet sich fundamental. Bei einer gehosteten Plattform übernimmt der Anbieter die Basis – dafür kannst du Updates nicht steuern und trägst das Risiko, dass eine Änderung deine Anpassungen bricht. Bei einer selbst betriebenen Architektur liegt die Verantwortung bei dir oder deinem Partner; du bestimmst den Zeitpunkt, musst aber budgetieren. Bei einem WooCommerce-Shop mit langer Plugin-Kette ist dieser Block erfahrungsgemäss der unangenehmste, weil du von den Update-Zyklen vieler unabhängiger Anbieter abhängst.

Wer diesen Block auf null setzt, zahlt ihn später als Notfall – und Notfälle sind teurer als Routine.

Block 5: Compliance – in der Schweiz mit eigenen Regeln

Drei Themen, die 2026 real Kosten verursachen und bei einem Shop mit Schweizer Kundschaft nicht optional sind:

  • Datenschutz (revDSG): Bearbeitungsverzeichnis, Datenschutzerklärung, Auftragsverarbeitung mit allen Dienstleistern, saubere Einwilligung für Tracking. Einmaliger Aufbau plus laufende Pflege.
  • Mehrwertsteuer: Korrekte Sätze, korrekte Ausweisung, Einfuhr- und Versandkonstellationen, Rechnungsstellung. Der Aufwand hängt weniger am Shop als an deinem Geschäftsmodell – Ausland und B2B machen es deutlich komplexer.
  • Barrierefreiheit: Der European Accessibility Act hat die Rechtslage verschärft, und ohne Massnahmen schliesst ein Shop einen relevanten Teil der Kundschaft aus. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag geschrieben.

Barrierefreiheit ist dabei der Posten, bei dem der Zeitpunkt über die Kosten entscheidet: Von Anfang an mitgedacht ist sie ein kleiner Zuschlag. Nachträglich in einen fertigen Shop eingebaut wird sie zu einem eigenen Projekt.

Block 6: Entwicklung – hier nennen wir keine Zahl, sondern die Treiber

Jetzt der Block, um den es eigentlich geht. Wir schreiben hier bewusst keine Bandbreite hin, weil wir sie nicht seriös begründen könnten, ohne deine Ausgangslage zu kennen. Was wir stattdessen offenlegen: die Faktoren, aus denen der Aufwand entsteht, und woran du erkennst, auf welcher Seite du stehst. Geh sie einmal für dein Vorhaben durch – danach kannst du jedes Angebot beurteilen, auch unseres.

  • Anzahl Templates und Inhaltsblöcke: Der grösste reine Frontend-Treiber. Feste Seitentypen sind einmal gestaltet und fertig; ein flexibles Blocksystem kostet pro Block Design, Frontend, Redaktionsfelder, Preview und barrierefreie Zustände – dafür brauchst du später keine Entwicklung für eine Kampagnenseite. Ein Blockbaukasten ist ein internes Produkt und rechnet sich ab der fünften Landingpage, nicht ab der ersten. Der Test: Wie viele neue Seiten baust du realistisch pro Jahr?
  • Komplexität von Produkten und Preisen: Der Treiber mit der grössten Hebelwirkung, weil er das Datenmodell bestimmt – und das Datenmodell bestimmt alles andere. Teuer ist nicht die Preislogik selbst, sondern dass sie an fünf Stellen gleichzeitig auftaucht: Katalog, Warenkorb, Checkout, Rechnung, ERP-Abgleich. Der Test: Kannst du deine Preisregel in einem Satz aufschreiben, ohne ein «ausser wenn» zu brauchen?
  • Suche, Filter und Navigation: Der Posten, der in Angeboten fast nie auftaucht. Kategoriebaum und Textsuche sind überschaubar; sobald über Attribute kombinierbar gefiltert wird, brauchst du einen Suchindex mit Relevanzlogik, die jemand pflegen muss – aus einem Frontend-Feature wird ein eigener Dienst mit Betriebskosten in Block 3. Der Test: Kommt deine Kundschaft mit einer konkreten Produktvorstellung oder zum Stöbern?
  • Anzahl und Qualität der Integrationen: Nicht die Menge entscheidet, sondern die Gegenseite. Eine dokumentierte API mit Sandbox und Webhooks ist planbar; der teuerste Fall ist nicht die veraltete Schnittstelle, sondern die, für die auf der anderen Seite niemand Zeit hat. Der Test: Gibt es ein Testsystem und einen Namen, der dafür zuständig ist?
  • Zahlungs- und Versandarten: Teuer wird es nicht an der Anzahl Buttons im Checkout, sondern an den Sonderfällen dahinter: Teillieferungen ziehen pro Sendung ein statt einmal, Teilretouren erstatten über mehrere Zahlungsarten hinweg, Rechnungskauf bringt Bonitätsprüfung und einen zweiten Vertragspartner. Der Test: Kann eine Bestellung bei dir in zwei Paketen an zwei Tagen rausgehen?
  • Migrationsvolumen und Datenqualität: Die Konsistenz der Altdaten entscheidet mehr als deren Menge – konsistente 5000 Produkte sind schneller als gewachsene 300. Dazu das Redirect-Konzept: Wer die alten URLs nicht sauber umleitet, bezahlt die Migration ein zweites Mal in verlorener Sichtbarkeit. Der Test: Exportiere fünfzig zufällige Produkte als CSV und schau, ob eine Maschine sie eindeutig lesen könnte.
  • Redaktions-Workflows, Rollen und Sprachen: Eine Person, die alles darf, ist trivial; Vier-Augen-Freigabe über mehrere Märkte mit Übersetzungsstatus pro Feld ist eigene Logik. Und Mehrsprachig ist nicht dasselbe wie übersetzt: Anderes Sortiment oder andere Preise pro Markt sind keine Übersetzungsfrage, sondern eine Datenmodellfrage. Der Test: Sehen alle Märkte dieselben Produkte zum selben Preis?
  • Designausgangslage: Ein Designsystem mit definierten Komponenten und Zuständen macht die Umsetzung planbar. Liegen nur Desktop-Entwürfe der Happy-Path-Screens vor, wird jeder Fehler-, Leer- und Ladezustand während der Entwicklung zur Einzelentscheidung – und Einzelentscheidungen kosten Runden. Der Test: Gibt es einen Entwurf für den Checkout, bei dem die Zahlung fehlschlägt?
  • Entscheidungswege auf deiner Seite: Der Treiber, der in keinem Angebot steht und in vielen Schlussrechnungen. Eine erreichbare Person mit Entscheidungsbefugnis macht ein Projekt schnell; Rückmeldungen von fünf Beteiligten über drei Runden, bei denen die dritte die erste widerruft, machen es teuer – unabhängig von der Technik. Der Test: Wer darf «ja» sagen, ohne vorher jemanden zu fragen?

Zögerst du bei mehr als der Hälfte dieser Fragen, ist nicht dein Budget das Problem, sondern die Spezifikation – und das ist die günstigste Stelle, an der du sie noch klären kannst. Fürs Angebotsvergleichen gilt derselbe Massstab: Wer zu diesen neun Punkten nichts sagt, hat sie nicht gerechnet, sondern angenommen.

Welcher Block dominiert bei dir?

Die Blöcke sind nicht gleich gewichtet. Drei typische Konstellationen aus unserer Praxis:

  • Kleiner Shop, überschaubares Sortiment, Standardprozesse: Plattform und Zahlungsverkehr dominieren. Hier ist eine gehostete Plattform meist die wirtschaftlich richtige Antwort, und wir sagen das auch, wenn jemand mit einer anderen Erwartung zu uns kommt.
  • Wachsender Shop mit relevantem Umsatz: Der Zahlungsverkehr wird zum grössten Posten, insbesondere wenn eine Plattform-Zusatzgebühr auf externe Zahlungsanbieter dazukommt. Ab hier beginnt eine eigene Architektur sich zu rechnen – nicht wegen der Lizenz, sondern wegen der Transaktionsgebühren.
  • Individuelles Geschäftsmodell, B2B oder viele Integrationen: Die Entwicklung dominiert alles andere. Dann ist die Plattformfrage zweitrangig, und die entscheidende Frage ist, welche Architektur deine Fachlichkeit ohne Workarounds abbilden kann.

Die einzige ehrliche Antwort auf «Was kostet ein Online-Shop?» ist deshalb eine Gegenfrage: In welcher dieser drei Konstellationen bist du? Danach lässt sich rechnen – vorher ist jede Zahl geraten.

Quellen

Alle Fremdkosten in diesem Artikel wurden im Juli 2026 direkt bei den Anbietern erhoben:

Preise und Konditionen ändern sich. Prüfe die Zahlen vor einer Entscheidung an der Quelle nach – und wenn dir etwas veraltet auffällt, sag es uns.

Kosten für dein konkretes Vorhaben einschätzen?

Schildere uns dein Sortiment, deine Integrationen und dein aktuelles System. Wir gehen die sechs Blöcke mit dir durch und sagen dir unverbindlich, welcher bei dir dominiert – und welche Architektur wir empfehlen würden.

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